6. October 2026

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Start-ups Afrika

Afrikas Startup-Woche: Millionen für FinTech und ClimateTech – während ein ehemaliger Star abstürzt

Afrikas Startup-Woche: Millionen für FinTech und ClimateTech – während ein ehemaliger Star abstürzt

Afrikas Startup-Szene zeigt diese Woche beide Seiten des Venture-Capital-Geschäfts. Neue Unternehmen erhalten Millionen – während eines der früheren Vorzeige-Startups Kenias in erhebliche Schwierigkeiten geraten ist.

Eine der größten aktuellen Finanzierungen meldete das ägyptische FinTech Zeal.

Das Unternehmen erhielt zehn Millionen Dollar für seine weitere internationale Expansion.

Ebenfalls aus Ägypten kommt Bekia.

Das Startup sammelte rund 765.000 Dollar ein, um Abfallsammlung zu digitalisieren und ein B2B-Softwareprodukt aufzubauen.

1,5 Millionen Dollar für Biochar

Ein besonders interessantes ClimateTech-Projekt ist die Biochar Industrial Group – BIG.

Das Unternehmen sammelte 1,5 Millionen Dollar Pre-Seed-Kapital ein.

BIG nutzt Abfälle aus der Lebensmittel- und Agrarverarbeitung – beispielsweise Nussschalen und andere Biomasse – und verwandelt sie in Biochar.

Dabei entstehen gleichzeitig Produkte zur Bodenverbesserung und handelbare Zertifikate für dauerhafte CO₂-Entfernung.

Das Geschäftsmodell verbindet damit drei große afrikanische Themen:

Landwirtschaft.

Abfall.

Klimafinanzierung.

Nigeria: drei Millionen Dollar Fremdkapital

Das nigerianische Unternehmen Drive45 Mobility erhielt außerdem eine Fremdkapitalfazilität über drei Millionen Dollar, um sein Wachstum voranzutreiben.

Parallel werden neue staatlich beziehungsweise institutionell unterstützte Kapitalprogramme aufgebaut.

In Marokko sollen Startups beispielsweise Zugang zu einem staatlich unterstützten Kapitaltopf von rund 37 Millionen Dollar erhalten.

Madica geht in schwierigere Märkte

Bemerkenswert ist außerdem die Expansion des Pre-Seed-Investmentprogramms Madica.

Das Programm nahm fünf weitere Startups ins Portfolio auf und investiert dabei bewusst auch in Märkten wie Algerien und Kamerun, die im internationalen Venture-Capital-Geschäft bislang deutlich weniger Aufmerksamkeit erhalten.

Und dann ist da Twiga Foods

Die andere Seite des Booms zeigt sich in Kenia.

Twiga Foods, einst eines der bekanntesten B2B-Commerce-Startups Ostafrikas, befindet sich nach aktuellen Berichten in Administration.

Besonders bemerkenswert:

Das Unternehmen hatte im Laufe seiner Entwicklung insgesamt ungefähr 185 Millionen Dollar Kapital aufgenommen.

Der Fall zeigt ein Problem, das nicht nur Afrika betrifft.

Venture Capital kann Wachstum finanzieren.

Es kann aber kein dauerhaft nicht funktionierendes Geschäftsmodell ersetzen.

Afrikas nächste Startup-Phase

Die afrikanische Szene scheint deshalb gerade in eine neue Phase einzutreten.

Die erste Generation wollte vor allem beweisen:

Afrika kann große Tech-Startups hervorbringen.

Die nächste Generation muss beweisen:

Afrika kann profitable und dauerhaft tragfähige Technologieunternehmen hervorbringen.

Dabei verändert sich auch die Finanzierung.

FinTech bleibt wichtig.

Aber ClimateTech, Landwirtschaft, Mobilität, Gesundheit und industrielle Lösungen gewinnen sichtbar an Gewicht.

Das könnte langfristig wichtiger sein als die nächste Milliardenbewertung.

Denn der spannendste afrikanische Startup-Erfolg wäre möglicherweise nicht das nächste Unicorn.

Sondern ein Unternehmen, das zehn Jahre später immer noch existiert, wächst – und Geld verdient.

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