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Start-ups Asien

Chinas Startup-Markt explodiert bei Robotik und KI: Jetzt bekommen Maschinen nicht nur Körper, sondern Gehirne

Chinas Startup-Markt explodiert bei Robotik und KI: Jetzt bekommen Maschinen nicht nur Körper, sondern Gehirne

China erlebt derzeit eine bemerkenswerte Startup-Welle. Milliarden fließen in künstliche Intelligenz, humanoide Roboter, Chips und industrielle Automatisierung. Allein in den vergangenen vier Wochen wurden mehrere Finanzierungen bekannt, die in Europa wahrscheinlich als Ereignis des Jahres gelten würden. In China wirken sie inzwischen fast wie Teile einer größeren Industriestrategie.

Das vielleicht deutlichste Beispiel liefert XPeng.

Am 25. August gab das Unternehmen bekannt, dass sein Robotikgeschäft mehr als 900 Millionen US-Dollar eingesammelt hat.

Die Bewertung nach der Finanzierungsrunde liegt bei mehr als 6,3 Milliarden Dollar.

Nach Angaben von XPeng handelt es sich um die bislang größte einzelne private Finanzierungsrunde im chinesischen Markt für sogenannte Embodied AI.

IDG Capital führte die Runde an, Gaorong Ventures beteiligte sich ebenfalls. Unterstützung kam zudem von Tencent und Alibaba.

Aus dem Elektroauto wird der Roboter

Das Geld soll insbesondere in die Serienproduktion humanoider Roboter und die Entwicklung von Physical-AI-Modellen fließen.

Das zeigt ziemlich genau, wohin sich Chinas Technologiesektor bewegt.

Das Elektroauto war gestern nicht plötzlich unwichtig.

Aber die nächste große Frage lautet:

Wenn wir bereits autonome Autos bauen können – warum sollen wir dann nicht auch autonome Arbeiter bauen?

Weitere 400 Millionen Dollar für D-Robotics

Am 17. September folgte die nächste große Runde.

D-Robotics sammelte rund 400 Millionen Dollar in einer Series C ein.

Das Unternehmen entwickelt Infrastruktur für Robotik und Embodied AI.

Auch andere chinesische Unternehmen meldeten in den vergangenen Tagen große Finanzierungen.

Yixing Intelligence wurde mit einer Runde von rund zwei Milliarden Yuan erfasst.

Apex Intelligence kam auf etwa 400 Millionen Yuan.

Fuller Technology auf rund 350 Millionen Yuan.

Das Biotech-Unternehmen GeneMind Biosciences erhielt rund 587,5 Millionen Yuan.

Spirit AI sucht den „ChatGPT-Moment“ der Robotik

Noch spannender als die Finanzierungszahlen ist möglicherweise die technologische Entwicklung.

Das chinesische Robotikunternehmen Spirit AI arbeitet daran, humanoiden Robotern eine Art universelleres Verständnis ihrer Umgebung zu geben.

Firmenchef Gao Yang sagte Reuters, ein großer Durchbruch bei der Intelligenz humanoider Roboter könne bereits 2027 bevorstehen.

Das Ziel:

Ein Mensch sagt einem Roboter nicht mehr exakt, welche Bewegung er ausführen soll.

Er sagt beispielsweise:

„Räum den Tisch ab.“

Und der Roboter muss selbst verstehen, was das bedeutet.

Spirit AI hat seit 2024 bereits mehr als 670 Millionen Dollar aufgenommen und wird mit rund 2,9 Milliarden Dollar bewertet. Einige Dutzend seiner Moz1-Roboter arbeiten bereits in Produktionslinien unter anderem bei CATL und JD.com.

Chinas VC-Markt ist wieder massiv gewachsen

Der Boom beschränkt sich nicht auf einzelne spektakuläre Runden.

Nach Daten von GlobalData stieg die Zahl chinesischer VC-Deals von Januar bis Juli 2026 gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 34 Prozent.

Noch bemerkenswerter:

Das offengelegte Investitionsvolumen stieg um 213 Prozent.

China stellte in diesem Zeitraum rund 22 Prozent aller weltweiten VC-Transaktionen und etwa neun Prozent des weltweiten Investitionswertes.

Damit war China nach dieser Auswertung der zweitgrößte Venture-Capital-Markt hinter den USA.

KI wird chinesische Industriepolitik

Der entscheidende Unterschied zum klassischen Silicon-Valley-Modell liegt dabei in der Verbindung von Software und Industrie.

Kapital fließt nicht ausschließlich in das nächste Sprachmodell.

Es fließt in:

Roboter.

Autonome Maschinen.

Sensorik.

Halbleiter.

Fabriken.

Biotechnologie.

Und die Software, die diese Systeme steuert.

HSBC zufolge entfielen 2026 bislang ungefähr drei Viertel des AI-Venture-Capitals in der Region Asien und Naher Osten auf Festlandchina.

Das erklärt, warum die chinesische Startup-Landschaft derzeit so außergewöhnlich wirkt.

China versucht nicht nur, bei künstlicher Intelligenz mitzuhalten.

Es versucht, künstliche Intelligenz in Maschinen einzubauen, die anschließend tatsächlich arbeiten.

Und wenn dieses Experiment funktioniert, könnte die nächste große chinesische Exportwelle nicht aus Smartphones oder Elektroautos bestehen.

Sondern aus Robotern.

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