Europas Startup-Woche: Unicorns, Weltraum und sehr viel KI
Wer glaubt, europäische Startup-Finanzierungen bestünden nur aus kleinen Seed-Runden, bekam in dieser Woche einige Gegenbeispiele geliefert. Cybersecurity, Raumfahrt, Gesundheit, FinTech und künstliche Intelligenz zogen teilweise dreistellige Millionenbeträge an.
Für besonderes Aufsehen sorgte das italienische Cybersecurity-Unternehmen Exein.
Das Unternehmen meldete eine Finanzierungsrunde über 234 Millionen Euro und eine Bewertung von rund 1,4 Milliarden Euro.
Exein entwickelt Sicherheitslösungen für vernetzte Geräte und sogenannte Physical-AI-Systeme.
Damit erreicht ein Trend Europa, der angesichts von Robotern, autonomen Maschinen und Milliarden vernetzter Geräte erheblich an Bedeutung gewinnen dürfte:
Cybersecurity muss künftig nicht nur Computer schützen.
Sie muss Maschinen schützen, die sich tatsächlich bewegen.
205 Millionen Dollar für EnduroSat
Auch Europas Raumfahrtbranche meldete einen großen Deal.
Das bulgarische Raumfahrtunternehmen EnduroSat erhielt 205 Millionen Dollar.
Damit überschritten die Investitionen in europäische NewSpace-Unternehmen allein im September laut European Spaceflight bereits die Marke von einer Milliarde Euro.
Großbritannien bleibt Finanzierungszentrum
In Großbritannien meldete unter anderem das FinTech Ryft eine Finanzierung über rund 23 Millionen Euro.
Das Londoner Unternehmen Big Picture Bio kam mit rund 2,55 Millionen Euro aus dem Stealth-Modus und will mithilfe von KI Kombinationen von Krebsmedikamenten entwickeln.
Besonders groß ist außerdem eine Finanzierungszusage von 87 Millionen Euro für Penelope Health.
Island mischt bei Voice AI mit
Auch Island tauchte diese Woche auf der europäischen Finanzierungskarte auf.
Treble erhielt 18 Millionen Dollar für seine Plattform zur Simulation von Sprache und Akustik.
Das Unternehmen positioniert sich damit in einem schnell wachsenden Markt: Sprach-KI benötigt gewaltige Mengen realistischer Testumgebungen.
Europas Startup-Landkarte wird breiter
Weitere Finanzierungen kamen aus Frankreich, Belgien, den Niederlanden, Dänemark, Rumänien und der Schweiz.
Allein am 16. September wurden unter anderem gemeldet:
Integral aus Berlin – 18 Millionen Euro.
Veridion aus Bukarest – 17 Millionen Euro.
Hackuity aus Paris – 16 Millionen Euro.
ETFbook aus Zürich – elf Millionen Euro.
DelosAI aus Paris – zehn Millionen Euro.
ComplirAI aus Kopenhagen – 9,5 Millionen Euro.
Das Entscheidende daran ist weniger eine einzelne Zahl.
Europas Startup-Ökosystem wird geografisch breiter.
London, Paris und Berlin bleiben bedeutend.
Aber Bukarest, Sofia, Kopenhagen, Reykjavík oder Antwerpen spielen zunehmend mit.
Silicon Valley bekommt dadurch noch lange keinen Grund zur Panik.
Aber Europa hat inzwischen genügend Startup-Zentren, dass man für eine gute Finanzierungsrunde nicht mehr zwingend seine Adresse nach Kalifornien verlegen muss.


