„Kapital findet Ideen – wenn die Geschichte stimmt“
Alfred Wieder über Fundraising, Quantencomputer und warum jedes gute Startup eine Chance verdient
Deutsche Startup Zeitung: Herr Wieder, aktuell beschäftigen Sie sich intensiv mit einem Fundraising-Projekt im Bereich Quantencomputer. Warum gerade dieses Zukunftsthema?
Alfred Wieder: Quantencomputer gehören zweifellos zu den spannendsten Technologien der kommenden Jahrzehnte. Viele Menschen verbinden damit noch reine Grundlagenforschung, tatsächlich entstehen aber bereits heute konkrete Anwendungen für Industrie, Medizin, Logistik oder Cybersicherheit. Wer früh in solche Technologien investiert, investiert nicht nur in ein Unternehmen, sondern in die nächste industrielle Revolution.
Deutsche Startup Zeitung: Was macht Fundraising in diesem Technologiebereich besonders anspruchsvoll?
Alfred Wieder: Zukunftstechnologien brauchen Investoren, die nicht nur auf die nächste Quartalsbilanz schauen. Gerade DeepTech-Unternehmen benötigen häufig mehr Zeit bis zur Marktreife, bieten dafür aber enormes Potenzial. Meine Aufgabe besteht darin, die Brücke zwischen innovativen Unternehmen und Investoren zu schlagen und beide Seiten zusammenzubringen.
Deutsche Startup Zeitung: Worauf achten Investoren heute besonders?
Alfred Wieder: Eine gute Idee allein reicht längst nicht mehr. Investoren wollen ein starkes Management, einen nachvollziehbaren Businessplan, einen realistischen Markt und vor allem eine glaubwürdige Wachstumsstrategie sehen. Entscheidend ist, ob ein Unternehmen ein echtes Problem löst und sich langfristig am Markt behaupten kann.
Deutsche Startup Zeitung: Viele Gründer glauben, dass Kapital derzeit schwer zu bekommen ist. Teilen Sie diese Einschätzung?
Alfred Wieder: Kapital ist vorhanden – teilweise sogar in erheblichem Umfang. Was sich verändert hat, ist die Qualität der Auswahl. Investoren investieren heute gezielter. Wer sein Geschäftsmodell sauber vorbereitet, transparent kommuniziert und überzeugend auftritt, hat nach wie vor gute Chancen, Finanzierungspartner zu finden.
Deutsche Startup Zeitung: Sie begleiten aktuell ein Projekt im Bereich Quantencomputing. Sind Sie ausschließlich auf Hightech spezialisiert?
Alfred Wieder: Nein, ganz und gar nicht. Natürlich faszinieren mich Zukunftstechnologien wie Quantencomputing oder Künstliche Intelligenz. Aber grundsätzlich interessieren mich Unternehmen aus nahezu allen Branchen. Entscheidend ist nicht die Branche, sondern das Potenzial, die Qualität des Teams und die Perspektive des Geschäftsmodells.
Deutsche Startup Zeitung: Welche Unternehmen sollten sich bei Ihnen melden?
Alfred Wieder: Eigentlich jedes Unternehmen, das Kapital für Wachstum, Expansion, Internationalisierung oder neue Projekte benötigt und bereit ist, professionell mit Investoren zusammenzuarbeiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um ein junges Startup, ein Scale-up oder ein etabliertes mittelständisches Unternehmen handelt. Oft genügt bereits ein erstes unverbindliches Gespräch, um auszuloten, welche Möglichkeiten bestehen.
Deutsche Startup Zeitung: Was erwartet Unternehmer in einem solchen Erstgespräch?
Alfred Wieder: Zunächst einmal ein offener Austausch. Ich höre mir die Idee, die Unternehmensstrategie und den Kapitalbedarf an. Gemeinsam analysieren wir, welche Finanzierungsform sinnvoll sein könnte und welche Voraussetzungen für ein erfolgreiches Fundraising geschaffen werden müssen. Ehrlichkeit gehört dabei ebenso dazu wie eine realistische Einschätzung der Chancen.
Deutsche Startup Zeitung: Welche Fehler beobachten Sie bei der Kapitalbeschaffung am häufigsten?
Alfred Wieder: Viele Unternehmer konzentrieren sich ausschließlich auf ihr Produkt. Investoren investieren jedoch vor allem in Menschen. Ein überzeugendes Management, eine klare Strategie und eine verständliche Unternehmensgeschichte sind oft genauso wichtig wie die Technologie selbst. Wer Investoren gewinnen möchte, muss Vertrauen schaffen.
Deutsche Startup Zeitung: Was möchten Sie Gründern und Unternehmern mit auf den Weg geben?
Alfred Wieder: Trauen Sie sich, den Dialog zu suchen. Viele gute Ideen scheitern nicht an fehlendem Kapital, sondern daran, dass nie mit den richtigen Ansprechpartnern gesprochen wird. Wer überzeugt ist, etwas Besonderes entwickelt zu haben, sollte den nächsten Schritt gehen und sich beraten lassen. Ein Gespräch kostet wenig Zeit – kann aber den entscheidenden Impuls für die Zukunft eines Unternehmens geben.
Deutsche Startup Zeitung: Herr Wieder, vielen Dank für das Gespräch.
Alfred Wieder: Sehr gerne. Ich freue mich immer über spannende Unternehmen und interessante Projekte. Wer Kapital für Wachstum oder Innovation sucht, kann jederzeit den Kontakt suchen. Aus einem guten Gespräch entstehen oft die besten Chancen.


