17. July 2026

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Hunderttausende Euro verloren – und trotzdem neue Startups geplant

Hunderttausende Euro verloren – und trotzdem neue Startups geplant

Ein Unternehmer und Content-Produzent spricht ungewöhnlich offen über gescheiterte Beteiligungen, Insolvenzen und einen Firmenverbund mit rund zehn Millionen Euro Umsatz. Seine Bilanz zeigt, wie weit Umsatz, Gewinn und persönlicher Erfolg auseinanderliegen können.

Wer in Startups investiert, muss damit rechnen, sein gesamtes eingesetztes Kapital zu verlieren. Diese Warnung gehört zum Standardrepertoire von Beteiligungsplattformen und Risikokapitalgebern. Selten wird jedoch so anschaulich sichtbar, was sie praktisch bedeutet.

Ein bekannter Unternehmer und Content-Produzent hat in einem Jahresrückblick über mehrere gescheiterte Projekte gesprochen. Ein Startup wurde liquidiert, ein weiteres meldete Insolvenz an. Allein bei einem Unternehmen bezifferte er seinen Verlust auf einen mittleren sechsstelligen Betrag. In einem begleitenden Reaktionsvideo wurde die Größenordnung auf etwa 300.000 bis 600.000 Euro geschätzt. Diese Einordnung stammt allerdings vom Kommentator und wurde vom Unternehmer nicht weiter konkretisiert.
Trotz dieser Rückschläge zieht sich der Unternehmer nicht aus der Startup-Welt zurück. Im Gegenteil: Am Ende seiner Bilanz kündigt er weitere Projekte an, unter anderem erneut im Bereich Elektromobilität.

Die Geschichte ist damit mehr als eine persönliche Verlustrechnung. Sie zeigt, wie Influencer, Unternehmer und Privatinvestoren heute ein Geflecht aus Mediengeschäft, Handel, Immobilien, Agenturen und Startup-Beteiligungen aufbauen – und wie schwer sich dessen wirtschaftlicher Erfolg von außen bewerten lässt.

Vom Merch-Startup bis zur Insolvenz

Eines der gescheiterten Projekte war ein Unternehmen für Merchandise-Produkte. Das Startup werde liquidiert, erklärte der Beteiligte. Eine Liquidation bedeutet, dass die Gesellschaft geordnet aufgelöst, vorhandenes Vermögen verwertet und mögliche Forderungen geprüft werden. Sie ist nicht automatisch mit einer Insolvenz gleichzusetzen.

Nach seiner Darstellung war er bei diesem Projekt vor allem Kapitalgeber und stellte Kontakte zur Verfügung. Die operative Geschäftsführung lag bei anderen Beteiligten. Das Unternehmen habe sich jedoch nicht wie erwartet entwickelt.

Deutlich größer fiel offenbar der Verlust bei einem Unternehmen für elektrische Zweiräder aus. Dieses meldete Insolvenz an. Der Investor erklärte, dass er von der Entwicklung selbst überrascht worden sei und kein weiteres Kapital nachschießen werde.

Diese Entscheidung entspricht einer der wichtigsten Regeln des professionellen Investierens: Bereits verlorenes Geld darf nicht der alleinige Grund sein, noch mehr Kapital einzusetzen. Wirtschaftswissenschaftlich handelt es sich beim bisherigen Einsatz um versunkene Kosten. Entscheidend ist nicht, wie viel bereits investiert wurde, sondern ob ein zusätzliches Investment von diesem Zeitpunkt an noch eine realistische Rendite verspricht.

Im vorliegenden Fall entschied sich der Investor dagegen. Das Unternehmen habe seine bevorstehenden Verpflichtungen nicht mehr erfüllen können und deshalb Insolvenz angemeldet.

Bemerkenswert ist, dass zuvor öffentlich für eine Finanzierungskampagne des Startups geworben worden war. Damit betrifft der Zusammenbruch möglicherweise nicht nur den prominenten Investor und professionelle Geldgeber, sondern auch private Anleger, die aufgrund der öffentlichen Empfehlung auf das Projekt aufmerksam wurden.

Das besondere Risiko von Crowdinvestments

Im Reaktionsvideo wird deshalb grundsätzlich vor Startup-Crowdinvestments gewarnt. Die Argumentation: Besonders aussichtsreiche Unternehmen erhielten häufig Kapital von Venture-Capital-Fonds, Family Offices oder erfahrenen Privatinvestoren. Wenn sich ein Unternehmen gezielt an Kleinanleger wende, könne das darauf hindeuten, dass eine professionelle Finanzierung nicht verfügbar gewesen sei.

Diese Einschätzung ist nicht in jedem Fall zutreffend. Crowdinvesting kann auch als Marketinginstrument dienen oder eine loyale Kundengruppe am Unternehmen beteiligen. Dennoch besteht ein strukturelles Problem: Privatanleger haben häufig weniger Informationen, weniger Verhandlungsmacht und geringere Möglichkeiten zur Unternehmensprüfung als professionelle Investoren.

Zudem erwerben sie nicht immer klassische Geschäftsanteile. Je nach Modell investieren sie beispielsweise über Nachrangdarlehen, Genussscheine oder andere schuldrechtliche Konstruktionen. Diese Instrumente können im Krisenfall deutlich schlechter gestellt sein als gewöhnliche Forderungen.

Der Kommentator bezeichnet solche Angebote teilweise als ungünstig bewertet und rät Privatanlegern grundsätzlich zu großer Vorsicht. Wer investiere, müsse damit rechnen, dass das gesamte Geld verloren sei.

Der Fall verdeutlicht außerdem ein kommunikatives Problem: Wenn bekannte Persönlichkeiten für Beteiligungen werben, kann ihre Glaubwürdigkeit auf das Unternehmen übertragen werden. Zuschauer verwechseln persönliche Sympathie möglicherweise mit einer professionellen Investitionsprüfung.

Eine öffentliche Empfehlung sollte deshalb deutlich machen, ob der Werbende selbst investiert ist, eine Vergütung erhält und welche Risiken bestehen. Prominenz ersetzt weder eine Bilanzanalyse noch eine rechtliche Prüfung des Anlageprodukts.

Insolvenz trotz sechsstelliger Liquidität?

Ein weiteres Unternehmen aus dem Beteiligungsportfolio befand sich nach Angaben des Unternehmers ebenfalls in einem Insolvenzverfahren. Er berichtete zugleich, dass sich noch ein sechsstelliger Betrag auf dem Firmenkonto befunden habe.

Das klingt zunächst widersprüchlich, ist rechtlich und wirtschaftlich jedoch möglich. Eine Gesellschaft kann zahlungsunfähig oder überschuldet sein, obwohl sie aktuell noch über liquide Mittel verfügt. Entscheidend ist, ob sie ihre fälligen Verpflichtungen dauerhaft erfüllen kann.

Der Unternehmer erklärte, dass das vorhandene Geld nicht ausgereicht hätte, um alle absehbaren Forderungen zu bedienen. Deshalb sei frühzeitig Insolvenz angemeldet worden. Parallel bestehe ein Rechtsstreit mit einem früheren Geschäftspartner. Dabei geht es nach seiner Darstellung um einen möglichen unsachgemäßen Umgang mit Firmengeldern.

Diese Vorwürfe sind nach dem vorliegenden Material nicht abschließend geklärt. Sie sollten daher nicht als erwiesene Tatsachen behandelt werden. Der Beteiligte sagte, dass gerichtliche Entscheidungen zu Auskunftsansprüchen bereits zu seinen Gunsten ausgefallen seien, das Gesamtverfahren aber noch laufe.

Für Gründer enthält dieser Fall eine wichtige Lektion: Ein gutes Produkt und wachsender Umsatz schützen nicht vor Problemen in der Geschäftsführung. Beteiligte brauchen klare Zuständigkeiten, wirksame Kontrollmechanismen und regelmäßige Finanzberichte.

Besonders bei Unternehmen mit mehreren prominenten oder nebenberuflich beteiligten Gesellschaftern besteht die Gefahr, dass sich niemand ausreichend für die laufende Kontrolle verantwortlich fühlt.

„Stupid Money“ ist keine Strategie

Der Investor unterscheidet selbst zwischen Beteiligungen, bei denen er aktiv Wissen und Arbeit einbringt, und solchen, bei denen er lediglich Kapital und einzelne Kontakte bereitstellt. Für Letzteres verwendet er den selbstkritischen Begriff „stupid money“.

Damit beschreibt er ein bekanntes Problem bei Angel-Investments. Geld allein ist bei jungen Unternehmen selten der entscheidende Engpass. Startups benötigen zusätzlich Branchenwissen, Recruiting-Unterstützung, Zugang zu Kunden, Hilfe bei Finanzierungen und eine kritische Kontrolle der Unternehmensentwicklung.

Ein Investor, der lediglich überweist und auf das Beste hofft, erhöht zwar die verfügbare Liquidität, verbessert aber nicht automatisch die Erfolgswahrscheinlichkeit.

Gleichzeitig muss ein prominenter Investor seine Möglichkeiten realistisch einschätzen. Wer in zahlreiche Firmen investiert und parallel mehrere eigene Unternehmen betreibt, kann nicht überall operativ eingreifen. Ein breites Portfolio kann das finanzielle Risiko verteilen, führt aber auch zu einer Verteilung von Aufmerksamkeit und Verantwortung.

Eine Million Euro Umsatz – und kein Gewinn

Nicht alle Projekte entwickelten sich negativ. Ein Kiosk mit angeschlossenem Handel für Sammelkarten erzielte nach Unternehmensangaben einen Jahresumsatz von ungefähr einer Million Euro.

Trotzdem blieb unter dem Strich offenbar kaum Gewinn. Der Unternehmer sprach von einer „geilen Null“: Die neuen Umsätze mit Sammelkarten hätten die zusätzlichen Mitarbeiter und Kosten ausgeglichen.

Diese Aussage ist für die Startup-Berichterstattung besonders relevant. Umsatz wird in sozialen Medien häufig als Beweis für Erfolg präsentiert. Doch Umsatz ist zunächst nur der Wert der verkauften Waren und Dienstleistungen.

Bei einem Handelsunternehmen kann ein großer Teil davon unmittelbar für den Wareneinkauf benötigt werden. Hinzu kommen Personal, Miete, Versand, Zahlungsgebühren, Marketing und Verluste durch beschädigte oder gestohlene Ware.

Eine Million Euro Umsatz kann deshalb ein rentables Geschäft, ein verlustreiches Unternehmen oder – wie hier dargestellt – ein Geschäft nahe der Gewinnschwelle bedeuten.

Ohne Angaben zu Bruttomarge, operativem Ergebnis und Cashflow sagt die Umsatzhöhe wenig über den tatsächlichen wirtschaftlichen Erfolg aus.

Fünf Millionen Euro Agenturumsatz nach kurzer Zeit

Deutlich dynamischer entwickelte sich nach den Angaben des Unternehmers eine Agentur, die Unternehmen und Medienmarken beim Aufbau von Reichweite unterstützt. Das Geschäft sei innerhalb relativ kurzer Zeit auf rund fünf Millionen Euro Umsatz gewachsen.

Berichtet wurde von erheblichem Wachstum, einem hohen Arbeitsaufwand und der schwierigen Suche nach einer geeigneten Geschäftsführung. Ein neuer Manager solle die Gründer künftig operativ entlasten.

Gerade dieser Punkt zeigt eine typische Schwelle in der Entwicklung junger Unternehmen. In der Anfangsphase erledigen die Gründer fast alles selbst. Ab einer bestimmten Größe werden sie jedoch zum Engpass.

Neue Kunden, Mitarbeiter und Projekte erhöhen die organisatorische Komplexität. Die zentrale Frage lautet dann nicht mehr, ob das Produkt grundsätzlich funktioniert, sondern ob das Unternehmen ohne permanente Beteiligung der Gründer zuverlässig arbeiten kann.

Eine professionelle Geschäftsführung kann dabei helfen. Sie verändert aber auch die Rolle der Gründer: Aus operativen Machern werden Gesellschafter, Strategen oder Markenbotschafter.

Zehn Millionen Euro Umsatz im Firmenkosmos

Über alle Unternehmen hinweg wurde der Umsatz der Firmen, an denen der Unternehmer aktiv beteiligt war, auf ungefähr zehn Millionen Euro beziffert.

Die Summe setzt sich nach seiner Darstellung aus mehreren Bereichen zusammen:

  • rund fünf Millionen Euro aus der Reichweitenagentur,
  • ungefähr 1,4 bis 1,5 Millionen Euro aus dem Mediengeschäft,
  • etwa 1,7 Millionen Euro aus einem Managementunternehmen,
  • knapp eine Million Euro aus dem Kiosk und dem Sammelkartenhandel.

Er betonte selbst, dass die Jahresabschlüsse zum Zeitpunkt des Videos noch nicht vollständig vorlagen. Es handelt sich daher um vorläufige und gerundete Angaben.

Auch hier bleibt die entscheidende Frage offen: Wie viel Gewinn entfällt auf die einzelnen Unternehmen, und welchen Anteil hält der Unternehmer jeweils?

Ein Firmenverbund mit zehn Millionen Euro Umsatz kann beeindruckend sein. Für die persönliche Vermögensentwicklung sind jedoch Beteiligungsquoten, Schulden, Steuern, Gehälter und operative Gewinne entscheidend.

Der Kommentator des Reaktionsvideos weist deshalb wiederholt darauf hin, dass Angaben zu Mitarbeitern, Margen und Beteiligungsverhältnissen fehlen.

Diversifikation oder unternehmerische Zerstreuung?

Das Portfolio reicht von Medien und Influencer-Management über Einzelhandel, Immobilien und Agenturen bis zu Elektromobilität und Startup-Investments.

Eine solche Diversifikation kann sinnvoll sein. Schwächelt ein Geschäft, können andere Unternehmen die Verluste ausgleichen. Im vorliegenden Fall stehen gescheiterte Beteiligungen einem stark wachsenden Agenturgeschäft gegenüber.

Andererseits steigt mit jedem zusätzlichen Projekt die Gefahr der Überforderung. Gründer müssen Führungskräfte auswählen, finanzielle Entwicklungen überwachen und Konflikte zwischen Gesellschaftern lösen. Je komplexer die Struktur, desto größer wird die Abhängigkeit von guten Berichten und verlässlichen Managern.

Von außen erscheint das Firmengeflecht schwer durchschaubar. Der Unternehmer selbst dürfte einen besseren Überblick besitzen. Doch selbst gut organisierte Beteiligungsgesellschaften benötigen klare Kennzahlen, Controlling und eine konsolidierte Liquiditätsplanung.

Gerade die Kombination aus hohen Startup-Verlusten und gleichzeitig starkem operativem Wachstum zeigt, dass Diversifikation nicht mit Risikofreiheit verwechselt werden darf.

Lernen aus Verlusten – oder Wiederholung des Risikos?

Nach einem mittleren sechsstelligen Verlust könnte ein Investor beschließen, keine weiteren Startup-Wetten mehr einzugehen. Hier wird offenbar der entgegengesetzte Weg verfolgt.

Der Unternehmer kündigte zwei neue Projekte an. Eines davon soll erneut im Umfeld der Elektromobilität entstehen. Zuvor hatte er auch über die mögliche Gründung einer Kfz-Werkstatt gesprochen, das Vorhaben aber wegen Uneinigkeit über die Beteiligungsverhältnisse nicht umgesetzt.

Diese Beharrlichkeit kann als unternehmerische Stärke gelten. Gründer müssen Rückschläge verkraften und erneut Risiken eingehen können. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche konkreten Lehren aus den gescheiterten Beteiligungen gezogen wurden.

Wird künftig genauer geprüft? Werden Kontrollrechte verbessert? Sollen operative Berichte häufiger erfolgen? Werden Investments kleiner oder stärker gestreut? Gibt es klare Bedingungen für weitere Finanzierungsrunden?

Ohne solche Änderungen wäre ein erneutes Investment lediglich die Wiederholung derselben Risikostruktur.

Was Gründer und Privatanleger daraus lernen können

Aus dem Jahresrückblick lassen sich mehrere grundlegende Erkenntnisse ableiten.

Umsatz ist nicht Gewinn

Millionenumsätze wirken beeindruckend, sagen ohne Margen und Kosten jedoch wenig über die wirtschaftliche Stabilität aus.

Startup-Investments können vollständig ausfallen

Auch bekannte Gründer, prominente Investoren und große Finanzierungskampagnen schützen nicht vor Insolvenz.

Keine Beteiligung ohne Kontrolle

Wer Kapital investiert, sollte regelmäßige Berichte, klare Zuständigkeiten und nachvollziehbare Finanzdaten verlangen.

Nachschießen ist nicht automatisch sinnvoll

Die bisherige Investitionshöhe darf nicht darüber entscheiden, ob weiteres Geld eingesetzt wird. Ausschlaggebend sind die zukünftigen Chancen.

Crowdinvestments brauchen besondere Prüfung

Privatanleger sollten genau untersuchen, welche Rechte sie erwerben, wie das Unternehmen bewertet wurde und welche Rangstellung ihre Forderungen besitzen.

Operative Unternehmen können Verluste aus Beteiligungen auffangen

Ein profitables Kerngeschäft schafft die finanzielle Grundlage für riskantere Investments. Ohne diese Basis können einzelne Fehlschläge existenzbedrohend werden.

Offenheit als Teil der Marke

Die Transparenz des Unternehmers ist nicht nur persönliche Offenheit, sondern auch Bestandteil seines Geschäftsmodells. Er produziert Inhalte über seine Unternehmen, Erfolge, Konflikte und Fehler.

Diese Nähe schafft Aufmerksamkeit und Vertrauen. Sie kann gleichzeitig neue Kunden, Mitarbeiter und Investitionsmöglichkeiten anziehen.

Doch die Verbindung von Unterhaltung und Unternehmenskommunikation birgt Risiken. Ein Video ist kein Geschäftsbericht. Zahlen werden gerundet, Zusammenhänge vereinfacht und Konflikte aus einer persönlichen Perspektive geschildert.

Zuschauer sollten deshalb zwischen einer unterhaltsamen Unternehmererzählung und einer vollständigen wirtschaftlichen Bewertung unterscheiden.

Fazit: Scheitern gehört dazu – fehlende Kontrolle nicht

Die Bilanz enthält zwei scheinbar widersprüchliche Geschichten.

Auf der einen Seite stehen liquidierte Unternehmen, Insolvenzen und ein Verlust im mittleren sechsstelligen Bereich. Auf der anderen Seite stehen mehrere wachsende Firmen mit zusammen rund zehn Millionen Euro Umsatz.

Beides kann gleichzeitig wahr sein.

Unternehmertum bedeutet nicht, dass jedes Projekt erfolgreich ist. Gerade bei Startup-Portfolios wird damit gerechnet, dass mehrere Beteiligungen scheitern und wenige Gewinner die Verluste ausgleichen.

Entscheidend ist jedoch, ob hinter diesem Prinzip eine belastbare Strategie steht. Ein Portfolio ist nicht schon deshalb professionell, weil es viele Unternehmen enthält. Es benötigt Auswahlkriterien, Kontrolle, Risikogrenzen und die Bereitschaft, Fehlentscheidungen systematisch auszuwerten.

Die Geschichte zeigt Mut, Offenheit und erhebliche operative Energie. Sie zeigt aber auch, wie gefährlich es ist, Prominenz, Umsatz und Investitionstätigkeit automatisch mit wirtschaftlicher Sicherheit gleichzusetzen.

Der Verlust von mehreren Hunderttausend Euro ist kein unterhaltsamer Nebenaspekt einer Erfolgsgeschichte. Er ist der Preis einer riskanten Strategie – und eine Erinnerung daran, dass im Startup-Geschäft nicht das investierte Geld arbeitet, sondern zuerst einmal der Unternehmer, sein Team und ein funktionierendes Geschäftsmodell.

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