Deutschland startet Programm „Startup Factories“ – Hamburg und neun weitere Standorte erhalten Millionenförderung für Deep-Tech-Gründungen
Mit einem ambitionierten Programm will die Bundesregierung die Innovationskraft des Landes stärken und Deutschland als führenden Standort für technologiegetriebene Unternehmensgründungen etablieren. Unter dem Titel „Startup Factories“ entstehen bundesweit zehn spezialisierte Gründungszentren, die gezielt auf die Förderung von Deep-Tech-Unternehmen ausgerichtet sind – also Start-ups mit technologiebasierter Geschäftsgrundlage, etwa in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Robotik, Data Science, GreenTech oder Quantencomputing.
Hamburg als Modellstandort für GreenTech und KI
Einer der zehn Gewinnerstandorte ist Hamburg. Die Hansestadt erhält bis zu zehn Millionen Euro Fördermittel vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ), um einen Deep-Tech-Hub mit Fokus auf GreenTech, KI und Data Science aufzubauen. Begleitet wird die öffentliche Förderung von einem privaten Investitionsvolumen von über 40 Millionen Euro, das durch Unternehmen, Stiftungen und Venture-Capital-Gesellschaften zugesagt wurde.
Ziel ist es, Hunderte technologieorientierte Start-ups in den nächsten Jahren bei der Gründung, Entwicklung und Markteinführung zu unterstützen. Die Hamburger Startup Factory soll dabei als Vernetzungszentrum zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren agieren – insbesondere in Zusammenarbeit mit der Universität Hamburg, der Technischen Universität Hamburg (TUHH) und lokalen Industriepartnern.
1.750 Gründungen pro Standort – ein ambitionierter Plan
Langfristig sollen pro Startup Factory bis zu 1.750 technologiegetriebene Unternehmensgründungen gefördert werden. Dafür stellen die Einrichtungen nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch Büroflächen, Labore, rechtliche und betriebswirtschaftliche Beratung, Infrastruktur sowie Zugang zu Risikokapital zur Verfügung.
Jede Startup Factory wird eng mit regionalen Hochschulen, Forschungsinstituten und Industrieunternehmen verzahnt, um einen schnellen Transfer von Wissen und Technologien in marktfähige Geschäftsmodelle zu ermöglichen. Damit sollen nicht nur junge Unternehmen wachsen, sondern ganze Innovationsökosysteme entstehen.
Strategische Bedeutung für Deutschland und Europa
Die Initiative ist Teil einer übergeordneten Strategie der Bundesregierung, Deutschland als attraktiven Standort für Deep-Tech und Innovation zu positionieren – und sich gleichzeitig unabhängiger von internationalen Technologieanbietern zu machen. In Zeiten geopolitischer Unsicherheiten, globaler Lieferkettenkrisen und wachsender Technologieabhängigkeit ist technologische Souveränität zu einem wichtigen wirtschaftspolitischen Ziel geworden.
Mit den „Startup Factories“ will die Regierung gezielt Rahmenbedingungen schaffen, die vergleichbar sind mit erfolgreichen Ökosystemen in den USA oder Israel, wo akademische Exzellenz und unternehmerische Dynamik bereits eng verzahnt sind.
Weitere Standorte in Planung
Neben Hamburg zählen auch Karlsruhe, München, Leipzig, Potsdam, Aachen, Nürnberg, Dresden, Jena und Stuttgart zu den ausgewählten Regionen. Alle Standorte bringen laut BMZ spezifische technologische Stärken und gute Vernetzungsstrukturen mit.
Die Startup Factories sollen ab 2025 sukzessive aufgebaut und mit einer Laufzeit von zunächst zehn Jahren betrieben werden. Perspektivisch könnte das Modell auch in andere Regionen ausgeweitet werden – sofern sich der Erfolg in der Pilotphase bestätigt. Die erste Bilanz ist für 2027 angekündigt.


