17. February 2026

Kontaktdaten

August-Bebel-Straße 5 d
04425 Taucha

Telefon

0800 0800 756

E-Mail Adresse

info@deutsche-startup-zeitung.de

Allgemein

„Deutschland wird mutiger“ – Warum Europas Start-up-Finanzierung endlich Fahrt aufnimmt

Deutschland galt lange als schwerfällig, wenn es um die Förderung von Start-ups ging. Doch der Zweite Fortschrittsbericht zur Start-up-Strategie der Bundesregierung zeigt: Es hat sich viel getan. Über 80 Prozent der Maßnahmen wurden bereits umgesetzt – von verbesserten Kapitalzugängen über digitale Gründungsprozesse bis zur Förderung von Diversität und Gemeinwohlorientierung. Ein echter Kurswechsel.

Doch wie blickt die Finanzierungsbranche darauf? Wir haben mit Vivien Wieder, CEO der Schweizer Greentec Consulting AG, einem der führenden europäischen Investoren in nachhaltige und technologieorientierte Start-ups, gesprochen.

„Deutschland sendet starke Signale an den Markt“, sagt Wieder. „Was dort in den letzten zwei Jahren aufgebaut wurde, ist keine Symbolpolitik – es ist Strukturpolitik.“

Wachstumskapital statt Frühphasen-Falle

Besonders hervorgehoben wird in dem Bericht die gezielte Schließung von Finanzierungsengpässen. Programme wie der High-Tech Gründerfonds Opportunity und der Wachstumsfonds Deutschland, der bereits über eine Milliarde Euro mobilisiert hat, wirken dort, wo es oft am meisten fehlt: in der Skalierungsphase von Start-ups.

„Gerade in Europa fehlt es Start-ups oft nicht an Ideen, sondern an Kapital in der zweiten oder dritten Finanzierungsrunde. Deutschland geht mit den neuen Modulen des Zukunftsfonds nun gezielt dagegen vor“, so Wieder.

Ein Blick auf INVEST, das Programm für private Investor:innen, zeigt ebenfalls Wirkung. Business Angels erhalten bis zu 100.000 Euro steuerfreien Zuschuss für ihr Investment – und sogar die Steuern auf Gewinne werden teilweise erstattet. Das senkt das Risiko und motiviert gerade kleinere Kapitalgeber, aktiv zu werden.

Gründen soll einfacher werden – und das wird es auch

Ein weiteres zentrales Thema: Die Entbürokratisierung von Gründungen. Digitale Beurkundungen, Online-Handelsregisteranmeldungen und der Praxischeck „Einfach(er) gründen“ signalisieren, dass der Gründungsprozess nicht länger ein Hürdenlauf sein muss.

Vivien Wieder betont: „Das ist ein Kulturwandel. Wer Start-ups will, muss vom Start-up her denken – nicht vom Formular. Die neue Gründer- und Fachkräftestrategie zeigt, dass Deutschland genau das erkannt hat.“

Diversität und Impact: Mehr als nur Buzzwords

Besonders beeindruckend findet Wieder die strategische Förderung von Start-up-Gründerinnen und Menschen mit Einwanderungsgeschichte. Mit Programmen wie EXIST-Women, The Migrant Accelerator oder der Teilnahme an EU-Initiativen wie GESIP wird Diversität als wirtschaftlicher Hebel erkannt und aktiv gefördert.

„Diversität ist nicht nur Gerechtigkeit, sie ist Innovationsmotor. Das hat die Bundesregierung verstanden – und handelt entsprechend“, so Wieder.

Auch der Impact-Bereich – also Start-ups mit sozialem oder ökologischem Fokus – wird gestärkt. Mit über 200 Millionen Euro werden sogenannte Impact-Venture-Fonds gefördert. Das zieht auch institutionelle Investoren an, wie Wieder aus Erfahrung bestätigt: „Wir sehen, dass Deutschland beim Thema nachhaltige Innovation aufholt. Das ist auch für uns als Impact-Investor hochinteressant.“

Ausblick: Wird Deutschland zum Vorbild?

Was muss nun passieren? Vivien Wieder bleibt klar: „Dranbleiben, nachschärfen, und mutig bleiben. Deutschland ist auf einem guten Weg – aber die Konkurrenz schläft nicht. Europa braucht mehrere Gründerzentren, nicht nur eines.“

Der Fortschrittsbericht zeigt: Gründungen in Deutschland sind 2024 wieder um 15 % gestiegen, der Zugang zu Kapital verbessert sich, und neue Initiativen wie das Dateninstitut oder der European Health Data Space könnten weitere Impulse liefern.

Fazit

Deutschland ist nicht mehr der Zauderer im europäischen Start-up-Wettbewerb. Mit neuen Förderprogrammen wie INVEST, großen Fondsinitiativen und digitalen Vereinfachungen wird deutlich: Gründen ist politisch gewollt – und wird aktiv möglich gemacht.

Und wie Vivien Wieder sagt:

„Gründen heißt: Den Schritt in die Erneuerung zu wagen. Deutschland geht diesen Schritt – endlich mit beiden Füßen.“


Tipp für Investor:innen
Wer sich als Business Angel engagieren möchte, kann mit dem Programm INVEST – Zuschuss für Wagniskapital nicht nur jungen Unternehmen helfen, sondern auch attraktive steuerliche Vorteile nutzen. Alle Informationen unter:
👉 www.invest-wagniskapital.de

 

About Author

Redaktion

Leave a Reply

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert