Berlin baut Spitzenposition als Start-up-Metropole aus: Alle 14 Stunden entsteht ein neues Unternehmen
Berlin festigt seine Rolle als führender Start-up-Standort Deutschlands. Nach Angaben der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe wurden im Jahr 2025 insgesamt 619 neue Start-ups gegründet – so viele wie in keiner anderen deutschen Region. Rechnerisch entsteht damit in der Hauptstadt inzwischen etwa alle 14 Stunden ein neues Start-up.
Bereits im Jahr 2024 war mit 500 Neugründungen ein Spitzenwert erreicht worden. Innerhalb eines Jahres legte die Zahl der Gründungen damit noch einmal deutlich zu. Parallel bleibt Berlin auch der wichtigste Standort für Risikokapital in Deutschland. Insgesamt 218 Finanzierungsrunden wurden 2025 bei Berliner Start-ups gezählt. Damit entfielen 31 Prozent aller Venture-Capital-Deals in Deutschland auf Unternehmen aus der Hauptstadt.
Breites Förderangebot für alle Phasen der Unternehmensgründung
Das Land Berlin begleitet Gründerinnen und Gründer nach eigenen Angaben über den gesamten Lebenszyklus eines Unternehmens – von der ersten Geschäftsidee bis zur internationalen Expansion.
Zu den wichtigsten Förderinstrumenten gehören der GründungsBONUS, das Berliner Startup Stipendium, das Innovationsförderprogramm Pro FIT sowie die Beteiligungsangebote von IBB Ventures. Ergänzt werden diese Programme durch Beratungs-, Vernetzungs- und Internationalisierungsangebote der Investitionsbank Berlin sowie der Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner.
Je nach Entwicklungsphase stehen Zuschüsse, Beteiligungskapital, Beratungsleistungen oder Unterstützung beim Markteintritt zur Verfügung. Ziel ist es, Gründungen nicht nur zu ermöglichen, sondern sie auch langfristig am Standort Berlin wachsen zu lassen.
Berlin setzt auf technologieoffene Förderung
Obwohl Berlin mehrere technologische Schwerpunktbereiche definiert hat, versteht sich die Landesförderung grundsätzlich als technologieoffen. Innovative Gründungsvorhaben unterschiedlichster Branchen können Förderprogramme in Anspruch nehmen, sofern sie die jeweiligen Voraussetzungen erfüllen.
Besondere Aufmerksamkeit gilt derzeit Unternehmen aus den Bereichen:
- Künstliche Intelligenz,
- Deep Tech,
- FinTech,
- Sicherheits- und Verteidigungstechnologien,
- Gesundheitswirtschaft,
- Biotechnologie,
- Medizintechnik,
- Energie,
- Mobilität,
- GreenTech sowie
- Digitalisierung.
Mit dieser breiten Ausrichtung möchte Berlin sowohl digitale Geschäftsmodelle als auch industrielle und wissenschaftsbasierte Innovationen fördern.
Künstliche Intelligenz und Deep Tech als Wachstumstreiber
Vor allem im Bereich der Künstlichen Intelligenz sieht die Hauptstadt großes Entwicklungspotenzial. KI-Anwendungen verändern inzwischen nahezu alle Wirtschaftsbereiche – von der Industrie über das Gesundheitswesen bis hin zu Verwaltung und Finanzdienstleistungen.
Auch sogenannte Deep-Tech-Unternehmen stehen im Mittelpunkt der Berliner Innovationspolitik. Dabei handelt es sich um Start-ups, deren Geschäftsmodelle auf anspruchsvoller wissenschaftlicher oder technologischer Forschung beruhen und häufig längere Entwicklungszeiten benötigen.
Gerade diese Unternehmen gelten als besonders innovationsstark, benötigen jedoch oft erhebliche Investitionen, bevor sie marktfähige Produkte entwickeln können.
FinTech bleibt bedeutender Standortvorteil
Berlin gehört seit Jahren zu den wichtigsten europäischen Standorten für Finanztechnologie-Unternehmen. Start-ups entwickeln dort unter anderem digitale Bezahlsysteme, Finanzplattformen, Versicherungsanwendungen und Software für Banken und Unternehmen.
Auch wenn sich der Markt in den vergangenen Jahren konsolidiert hat, zählt FinTech weiterhin zu den strategischen Schwerpunktbereichen der Berliner Wirtschaftspolitik.
Gesundheitswirtschaft und GreenTech gewinnen an Bedeutung
Neben der Digitalisierung setzt Berlin zunehmend auf Zukunftsbranchen mit gesellschaftlicher Relevanz.
Dazu zählen insbesondere die Gesundheitswirtschaft, Biotechnologie und Medizintechnik. Die enge Zusammenarbeit mit Universitäten, Universitätskliniken und außeruniversitären Forschungseinrichtungen schafft gute Voraussetzungen für wissenschaftsbasierte Unternehmensgründungen.
Auch GreenTech-Unternehmen sollen von den Förderangeboten profitieren. Dabei geht es beispielsweise um klimafreundliche Technologien, nachhaltige Energieversorgung, Kreislaufwirtschaft oder ressourcenschonende Produktionsverfahren.
Hochschulen bilden wichtige Grundlage für Innovationen
Eine zentrale Rolle im Berliner Start-up-Ökosystem spielen Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Dort entstehen zahlreiche wissenschaftliche Erkenntnisse, aus denen neue Unternehmen hervorgehen können.
Zur Unterstützung solcher Ausgründungen verweist das Land insbesondere auf das Berliner Startup Stipendium, das Bundesprogramm EXIST sowie die Berliner Startup Factory JUNI.
Diese Programme sollen Forschende und Studierende dabei unterstützen, wissenschaftliche Entwicklungen in marktfähige Produkte und Geschäftsmodelle zu überführen.
Neben finanzieller Förderung erhalten die Teams häufig Beratung, Coaching, Büroräume sowie Kontakte zu Unternehmen und Investoren.
Investitionsbank und Beteiligungsgesellschaften als Finanzierungspartner
Eine Schlüsselrolle übernimmt die Investitionsbank Berlin. Sie stellt Finanzierungsangebote für unterschiedliche Unternehmensphasen bereit und unterstützt Start-ups sowohl über Förderprogramme als auch über Beteiligungskapital.
Mit IBB Ventures verfügt Berlin über eine Beteiligungsgesellschaft, die jungen innovativen Unternehmen Eigenkapital zur Verfügung stellt. Gerade technologieorientierte Start-ups benötigen häufig hohe Investitionen, bevor sie Gewinne erwirtschaften können.
Eigenkapitalfinanzierungen gelten deshalb als wichtiger Bestandteil eines leistungsfähigen Innovationsstandorts.
Berlin Partner begleitet Unternehmen beim Wachstum
Neben der Finanzierung setzt Berlin auf intensive Netzwerk- und Internationalisierungsarbeit.
Die Wirtschaftsfördergesellschaft Berlin Partner unterstützt junge Unternehmen unter anderem bei der Suche nach Kooperationspartnern, Investoren und internationalen Geschäftsmöglichkeiten.
Darüber hinaus organisiert sie Messeauftritte, Delegationsreisen und Veranstaltungen, um Berliner Unternehmen auf internationalen Märkten sichtbarer zu machen.
Gerade für wachstumsstarke Technologieunternehmen ist die internationale Expansion häufig Voraussetzung für nachhaltigen wirtschaftlichen Erfolg.
Venture Capital konzentriert sich auf Berlin
Mit 218 Finanzierungsrunden im Jahr 2025 bleibt Berlin der wichtigste deutsche Standort für Venture Capital.
Nach Angaben der Senatsverwaltung entfielen 31 Prozent aller Venture-Capital-Deals in Deutschland auf Berliner Unternehmen.
Diese Konzentration von Risikokapital gilt als wesentlicher Standortvorteil. Start-ups können dadurch leichter Investoren finden, größere Finanzierungsrunden abschließen und schneller wachsen.
Kapitalgeber bringen dabei häufig nicht nur Geld, sondern auch internationale Kontakte, Branchenwissen und Erfahrungen beim Unternehmensaufbau mit.
Berlin entwickelt sich zum europäischen Innovationsstandort
Die hohe Zahl neuer Unternehmen und Finanzierungsrunden zeigt nach Einschätzung der Landesregierung, dass Berlin seine internationale Attraktivität weiter ausbauen konnte.
Das Start-up-Ökosystem profitiert von der engen Vernetzung zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Investoren und öffentlichen Förderinstitutionen.
Gerade internationale Gründerinnen und Gründer sehen Berlin zunehmend als attraktiven Standort für Unternehmensgründungen in Europa.
Strategien für weiteres Wachstum
Mit der Berliner Startup Agenda und der Deep Tech Berlin Agenda verfolgt das Land das Ziel, die Rahmenbedingungen für innovative Unternehmensgründungen kontinuierlich zu verbessern.
Dabei geht es unter anderem um bessere Finanzierungsmöglichkeiten, den Ausbau von Innovationsnetzwerken, die Unterstützung wissenschaftlicher Ausgründungen sowie die internationale Vermarktung des Standorts.
Die Strategien sollen dazu beitragen, dass Berlin seine führende Position im deutschen Start-up-Markt langfristig behauptet und zugleich international wettbewerbsfähiger wird.
Keine Gesamtzahlen zu Fördermitteln
Eine konkrete Gesamtsumme der Start-up-Förderung nennt die Senatsverwaltung allerdings nicht.
Nach Angaben des Landes werden die Förderzahlen und Fördervolumina jeweils von den einzelnen Programmträgern erhoben. Wer detaillierte Angaben zu Zuschüssen, Beteiligungen oder Darlehen einzelner Programme erhalten möchte, müsse sich daher an die jeweiligen Förderstellen wenden.
Eine zentrale Gesamtstatistik über sämtliche Landesprogramme liegt demnach nicht vor.
Start-ups als Wirtschaftsmotor
Nach Auffassung der Berliner Landesregierung sind Start-ups ein wesentlicher Treiber für Innovation, Beschäftigung und wirtschaftliche Wettbewerbsfähigkeit.
Sie entwickeln neue Technologien, schaffen qualifizierte Arbeitsplätze und tragen dazu bei, dass wissenschaftliche Erkenntnisse schneller in marktfähige Produkte umgesetzt werden.
Darüber hinaus stärken erfolgreiche Wachstumsunternehmen die internationale Wahrnehmung Berlins als Innovationsstandort und ziehen weiteres Kapital sowie hochqualifizierte Fachkräfte an.
Gerade im Zusammenspiel mit Universitäten, Forschungseinrichtungen, Investoren und etablierten Unternehmen sieht das Land großes Potenzial für die weitere wirtschaftliche Entwicklung der Hauptstadt.
Fazit
Mit 619 Start-up-Neugründungen im Jahr 2025, 218 Finanzierungsrunden und einem Anteil von 31 Prozent aller deutschen Venture-Capital-Deals behauptet Berlin seine Spitzenposition im deutschen Start-up-Ökosystem. Die Landesregierung setzt auf technologieoffene Förderprogramme, gezielte Unterstützung für Zukunftsbranchen wie Künstliche Intelligenz, Deep Tech und GreenTech sowie auf enge Kooperationen zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Investoren.
Gleichzeitig zeigt die Antwort des Senats, dass eine vollständige Übersicht über das gesamte Fördervolumen weiterhin fehlt. Dennoch verdeutlichen die aktuellen Gründungs- und Finanzierungszahlen, dass Berlin seine Rolle als führender Innovations- und Wachstumsstandort Deutschlands weiter ausbauen konnte.
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